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Anmut und Sehnsucht

Angeregt durch meinen Vater beschäftigte ich mich schon als Kind mit der Malerei und dem Modellieren von Plastiken. Aus einem stillgelegten Tonschacht in einem verschwiegenen Winkel der vorgelagerten Feldmark vor den Toren Magdeburgs holten wir uns die begehrten Kreativklumpen. Ich kann mich noch gut erinnern wie ich unter der Anleitung meines Vaters auf dem langen Tisch in seiner großen Werkstatt meine erste Wildkatze modellierte. Das wunderbare Gefühl der Kreativität ließ mich seitdem nicht wieder los. Ich verspürte den starken Wunsch einen künstlerischen Berufsweg einzuschlagen. Einmal als ein anerkannter Bildhauer zu arbeiten war mein Traum.

Um mich intensiver mit den Arbeitstechniken auseinanderzusetzen, besuchte ich als Elfjähriger den Magdeburger Bildhauer Wolfgang Rossdeutscher. Hier beobachtete ich wie der Künstler aus einem Sandstein eine Brunnenfigur meißelte. Diese neue Inspiration verlangte nach Umsetzung in Form einer Holzfigur in der väterlichen Werkstatt. Sportliche Erfolge führten zur Delegierung an eine Ringer-Sportschule. Ein harter Tages rhythmus der auf Trainings- und Wettkampftermine ausgerichtet war, ließ wenig Freiraum für künstlerische Betätigung.
Aufgrund dieser Diskrepanz sowie innerer Zweifel verließ ich im 9. Schuljahr diese Einrichtung. Die Möglichkeit in meiner Heimatstadt Magdeburg das Steinmetz-Handwerk erlernen zu dürfen empfinde ich heute als Glück. Höhepunkte der damaligen Gesellentätigkeit waren gotische Figuren für den Magdeburger Dom. In dieser Zeit nahm ich an unterschiedlichen Seminaren und Kursen zum Akt- und Porträtzeichnen teil. Eine größere Ausstellung mit Bildern und Plastiken Ende der 90-er Jahre wurde ein wichtiger Meilenstein für meine künstlerische Identifikation. Jedoch sollte es noch Jahre dauern, in denen eine Vielzahl neuer künstlerischer Eindrücke und Begegnungen dazu beitrugen, aus dem Drang zum schöpferischen Tun einen dankbaren Entschluss erwachsen zu lassen.

 

 

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